Schwierige Personalsuche im Sozialwesen

Die Personalsuche im Sozialwesen kann schwierig sein. Im Auftrag von SAVOIRSOCIAL führte das Institut für Wirtschaftsstudien Basel (IWSB) deshalb eine Studie zum Fachkräfte- und Bildungsbedarf für soziale Berufe durch. Die Methodik umfasste eine Befragung von über 7’500 sozialen Institutionen, eine Expertenbefragung und eine Prognose der Entwicklung bis zum Jahr 2024. Der Rücklauf der Befragung betrug über 20%. Seit Sommer 2016 liegen die Ergebnisse vor.

Die Beschäftigung im Berufsfeld Soziales nahm in den letzten 20 Jahren jährlich um 5% zu. Verglichen mit anderen Branchen ist das ein überdurchschnittlich hohes Beschäftigungswachstum. Was die künftige Entwicklung betrifft, erwarten die Autoren bis ins Jahr 2024 ein durchschnittliches Wachstum von 3.9% pro Jahr. Das ergibt einen zusätzlichen Fachkräftebedarf von 44’600 Personen. Im Verhältnis zum heutigen Bestand von 96’900 Beschäftigten sind dies 46% mehr als heute.

Der grösste Bedarf besteht im Arbeitsfeld zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen (19’100), dicht gefolgt vom Arbeitsfeld der Betreuung von Menschen im Alter (17’100). Rund halb so viel lässt sich dem Arbeitsfeld der Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen zuordnen. Klar ist, dass dieser Bedarf nicht allein durch Arbeitsmarkteintritte von Neuabsolvent/Innen in sozialen Berufen und durch Zuwanderung gedeckt werden kann.

Knapp die Hälfte der Betriebe (47%) sehen sich bei der Personalgewinnung mit Problemen konfrontiert. In den Augen der Autoren deutet dies auf einen gewissen Fachkräftemangel hin. Trotzdem ist dieser Wert mit demjenigen anderer Branchen vergleichbar und in diesem Sinne nicht ungewöhnlich.

Die Studie konstatiert für die Erzieher/Innen, Heim- und Krippenleiter/Innen und andere Betreuungsberufe eine Fachkräfteknappheit. Die Rekrutierungsschwierigkeiten bei der Suche nach Fachfrauen und Fachmännern Betreuung scheinen im Vergleich mit anderen Berufen überdurchschnittlich hoch. Zudem stellen die Autoren eine überdurchschnittlich grosse Berufsabwanderung fest, weshalb Massnahmen zum Personalerhalt von grosser Bedeutung sind.

Interessant sind auch die folgenden Zahlen: Für das Berufsfeld charakteristisch sind der überdurchschnittlich hohe Frauenanteil (81%), die vielen jüngeren Beschäftigten (rund 35% unter 30 Jahren), die hohe Teilzeitquote (64%) und der tiefe Ausländeranteil (12%). Auffällig ist zudem der hohe Anteil an Personen, die (noch) nicht für die jeweiligen Tätigkeiten qualifiziert sind, denn er beträgt bis zu 50%. Zu diesem Kreis gehören auch Personen in Ausbildung und Praktikant/Innen.

Quellen:

Schlussbericht der Studie
Zusammenfassung der Studie

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