Die Finanzierung von Kinderkrippen ist alles andere als einfach. Entweder sie finanzieren sich selbst, indem sie den Eltern die Vollkosten verrechnen und das finanzielle Risiko voll und ganz selber tragen. Oder aber sie werden von Gemeinden, Firmen oder weiteren Dritten mitfinanziert bzw. subventioniert.

Dort, wo Subventionen im Spiel sind, ist eine regelmässige Überprüfung des verbleibenden Subventionsvolumens nötig. Eine wichtige Frage ist, für wie viele Eltern die Gesamtsubventionen reichen. Die meisten Subventionsreglemente von Gemeinden legen der Berechnung des Elternbeitrags pro Krippenplatz die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Eltern zugrunde. Die Höhe der jeweiligen Subvention ergibt sich pro Familie also aufgrund deren Einkommens- und Vermögenssituation. Je nach dem, wie hoch die Elternbeiträge verschiedener Familien ausfallen, ist das gesamte Subventionsvolumen entweder mal schneller oder aber mal langsamer aufgebraucht.

In allen Fällen ist ein genaues und sorgfältiges Controlling nötig, das die Soll-Rechnung mit der Ist-Rechnung abgleicht. Der Aufwand für dieses Controlling ist nicht zu unterschätzen. Wird dies nicht gewährleistet, können sehr schnell grössere Verluste und Defizite entstehen.

Auch subventionierte Kinderkrippen tragen Risiken. Oft genügen die Subventionen nicht, um die Vollkosten zu decken. Das ist mitunter ein Grund, weshalb Träger von Kinderkrippen entscheiden, auf Subventionen zu verzichten und den Preis pro Krippenplatz selber festzulegen. Nehmen sie trotzdem Subventionen in Anspruch, müssen sie die nicht-subventionierten Plätze teurer verkaufen, um damit die subventionierten Plätze quer zu finanzieren. Diese wenig sinnvolle Situation ist leider in viel zu vielen Kinderkrippen und Gemeinden anzutreffen.

Darüber hinaus müssen subventionierte Kinderkrippen mit dem Risiko leben, dass die Nachfrage nach nicht-subventionierten Krippenplätzen plötzlich sinken oder sich die Einkommensstruktur derjenigen Eltern, welche einen subventionierten Krippenplatz in Anspruch nehmen, verschlechtern kann. Wenn das geschieht, kommen die Finanzen  aus dem Lot, was wiederum rasches Controlling und sorgfältige Neuberechnungen erfordert.

Beide Phänomene sind unter anderem Gegenstand einer wichtigen neueren Studie aus der Ostschweiz. Sie trägt den Titel «Zukünftige Finanzierung der Kindertagesstätten in der Region Sarganserland‐Werdenberg». Sie zeigt auf, wie schwierig die nachhaltige Finanzierung von Kinderkrippen ist, welche von Gemeinden subventioniert werden. Denn Kitas tragen sowohl das Unterbelegungsrisiko als auch das Risiko einer Verschlechterung der Einkommensstruktur der Eltern (soziales Risiko). Sie laufen deshalb Gefahr, substanzielle Defizite zu erleiden, die mit den vorhandenen Eigenmitteln nur teilweise gedeckt werden können.

Die Studie plädiert dafür, dass die Gemeinden Massnahmen ergreifen, um die Kinderkrippen künftig stärker von diesen Risiken zu entlasten. Sie formuliert Empfehlungen, wie die Gemeinden solche Risiken mittragen können und verdeutlicht, dass neue Finanzierungsmodelle gefragt sind. Hoffen wir, dass die Botschaft bei den zuständigen Behörden ankommt, damit es Kinderkrippen in Zukunft finanziell einfacher haben.

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